Investitionschancen in grünen Energieprojekten innerhalb der Förderindustrien
Sehr geehrte Investoren, die Sie gewohnt sind, auf Deutsch zu lesen, herzlich willkommen. Ich bin Lehrer Liu von der Jiaxi Steuerberatungsfirma. In meinen über 26 Berufsjahren, davon 12 in der Betreuung internationaler Unternehmen und 14 in der handfesten Registrierungs- und Verwaltungsarbeit, habe ich einen tiefgreifenden Wandel miterlebt: Nachhaltigkeit ist kein Nice-to-have mehr, sondern der Kern zukunftsfähiger Geschäftsmodelle. Besonders spannend wird es dort, wo traditionelle Industrien auf neue, grüne Technologien treffen. Die Förderindustrien – also Bergbau, Öl und Gas – stehen nicht nur unter enormem regulatorischem und gesellschaftlichem Druck, ihre Prozesse zu dekarbonisieren, sondern sie verfügen auch über einzigartige Assets, Kapital und Know-how, um zu Vorreitern der Energiewende zu werden. Dieser Artikel möchte Ihnen die vielfältigen und oft unterschätzten Investitionschancen in grünen Energieprojekten genau innerhalb dieses Sektors aufzeigen. Wir blicken hinter die Kulissen der öffentlichen Debatte und betrachten die pragmatischen Hebel, mit denen etablierte Player ihren ökologischen Fußabdruck verringern und gleichzeitig neue, profitable Geschäftsfelder erschließen.
Dekarbonisierung der Förderprozesse
Der offensichtlichste und dringlichste Ansatzpunkt liegt in der direkten Dekarbonisierung der eigenen Betriebe. Denken Sie an den gewaltigen Energiebedarf einer Tagebaumine oder einer Offshore-Plattform. Traditionell werden Dieselgeneratoren und gasbetriebene Turbinen eingesetzt – kostspielig, emissionsintensiv und von globalen Energiepreisschwankungen abhängig. Die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen vor Ort ist hier ein Game-Changer. Ich begleitete vor einigen Jahren ein Projekt eines internationalen Bergbaukonzerns in Chile, der eine Solarfarm in der Atacama-Wüste errichtete, um seinen Kupferabbau mit Strom zu versorgen. Die Herausforderung lag nicht in der Technologie, sondern im komplexen Geflecht aus lokalen Genehmigungen, steuerlichen Anreizen für grüne Investitionen und der Integration in die bestehende Infrastruktur. Die langfristige Kalkulation überzeugte: Nach der anfänglichen Investition sanken die Stromkosten signifikant und vorhersehbar, und das Unternehmen verbesserte seine ESG-Bilanz (Environmental, Social, Governance) massiv – ein Faktor, der für institutionelle Investoren heute entscheidend ist. Solche Projekte rechnen sich nicht nur ökologisch, sondern schaffen auch operationale Resilienz und Kostensicherheit.
Ein weiterer, technologisch anspruchsvollerer Bereich ist die Elektrifizierung der Förderfahrzeuge und -maschinen. In untertägigen Minen sind dieselbetriebene LKW eine erhebliche Quelle von Emissionen und gesundheitsschädlichen Abgasen für die Arbeiter. Die Entwicklung von batterieelektrischen oder sogar mit Wasserstoff-Brennstoffzellen angetriebenen Großgeräten schreitet rasant voran. Die Investitionschance liegt hier nicht nur in der Herstellung dieser Fahrzeuge, sondern auch in der Bereitstellung der dazugehörigen Lade- oder Betankungsinfrastruktur innerhalb der Minen. Für etablierte Öl- und Gasunternehmen bietet sich die Chance, ihr Wissen im Bereich Gasaufbereitung und Logistik auf die Produktion und den Transport von "grünem" Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu übertragen. Diese interne Transformation ist der erste, essentielle Schritt. Sie schafft Kompetenzzentren, die später als eigenständige Dienstleistungen für andere Industrien vermarktet werden können. Meine Erfahrung zeigt: Wer diese Transformation früh und strategisch angeht, sichert sich nicht nur Subventionen und steuerliche Vorteile, sondern positioniert sich als Pionier, der die zukünftigen Standards setzt.
Nutzung stillgelegter Standorte
Die Förderindustrie hinterlässt ein gewaltiges Erbe an stillgelegten Infrastrukturen: ausgebeutete Tagebaue, erschöpfte Gasfelder, stillgelegte Bohrlöcher und Industriebrachen. Diese Flächen bergen ein enormes Potenzial für die Renaturierung und gleichzeitige Energiegewinnung. Ein Paradebeispiel ist die Umwandlung von stillgelegten Tagebauen zu Pumpspeicherkraftwerken oder Floating-PV-Anlagen (schwimmenden Photovoltaikanlagen). Das geflutete Grubenwasser bietet eine stabile, großflächige Basis für Solarmodule, die Kühlung durch das Wasser kann sogar den Wirkungsgrad erhöhen. Aus meiner Verwaltungspraxis weiß ich, dass die größte Hürde oft die langfristige rechtliche Verantwortung für die Altlasten ist. Investitionsmodelle, die eine Sanierungspflicht mit der nachhaltigen Nachnutzung koppeln, können für alle Seiten vorteilhaft sein. Der Förderkonzern erfüllt seine Renaturierungsauflagen teilweise durch die Schaffung eines neuen, werthaltigen Assets, und der Investor erhält eine bereits erschlossene Fläche mit bestehenden Netzanschlüssen.
Ein noch spezielleres Feld ist die Geothermie-Nutzung in stillgelegten Tiefbohrungen. Die Bohrungen selbst, die einst für Öl oder Gas genutzt wurden, können als Zugang zu geothermalen Ressourcen dienen. Die Technologie zur Umrüstung ist komplex, aber das Wissen über die Geologie ist bereits vorhanden. Für Investoren eröffnet dies die Möglichkeit, in Projekte einzusteigen, deren exploratorisches Risiko (eine der größten Kostentreiber in der Geothermie) deutlich reduziert ist. Ich sehe hier ein klassisches Win-Win: Das Förderunternehmen verwandelt eine stillgelegte, kostenverursachende Anlage in eine Einnahmequelle durch Verpachtung oder Joint Venture, und der Investor profitiert von der vorhandenen Infrastruktur. Solche Projekte sind perfekte Beispiele für die Kreislaufwirtschaft im industriellen Maßstab und stoßen bei Kommunen und Behörden meist auf große Zustimmung, da sie regionale Wertschöpfung und nachhaltige Jobs schaffen.
Grüner Wasserstoff als Schlüssel
Grüner Wasserstoff, hergestellt per Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Quellen, gilt als Schlüsselelement für die Dekarbonisierung schwer elektrifizierbarer Industrien. Die Förderindustrie ist hier in einer einzigartigen Doppelrolle: als großer potenzieller Abnehmer und als möglicher Produzent. Stahlwerke, die im Bergbau gebraucht werden, oder chemische Prozesse in der Raffination könnten mit grünem Wasserstoff betrieben werden. Spannender ist jedoch die Produktionsseite. Viele Bergbau- und Ölkonzerne kontrollieren riesige, abgelegene Flächen mit hervorragenden Solar- und Windbedingungen – oft in Regionen, in denen der Anschluss an das öffentliche Stromnetz schwach oder nicht existent ist. Statt den Strom einzuspeisen, kann er vor Ort zur Wasserstoffproduktion genutzt werden.
Die eigentliche Investitionschance liegt in der gesamten Wertschöpfungskette. Ein Bergbauunternehmen in Australien, mit dem wir zusammengearbeitet haben, plant nicht nur, seinen Dieselverbrauch in den Minen durch Wasserstoff-Brennstoffzellen zu ersetzen, sondern den überschüssigen grünen Wasserstoff auch zu verflüssigen und nach Asien zu exportieren. Hier verschmelzen alte und neue Kompetenzen: Das Unternehmen bringt sein Projektmanagement-Know-how für Megaprojekte, seine Logistikerfahrung im Schiffsverkehr und seine Beziehungen zu Abnehmern in der Schwerindustrie ein. Für Investoren eröffnen sich Beteiligungen entlang dieser Kette – von der Herstellung der Elektrolyseure über den Bau der Verflüssigungsanlagen bis hin zur Speziallogistik. Es ist ein Feld mit gewaltigem Skalierungspotenzial, wo die ersten, die kommerziell tragfähige Modelle etablieren, einen langfristigen Wettbewerbsvorteil haben werden. Man muss sich das klar machen: Wer hier früh einsteigt, sichert sich nicht nur ein Stück vom Kuchen, sondern hilft, das Rezept für die ganze zukünftige Energieversorgung der Schwerindustrie mitzuschreiben.
CCUS-Technologien und neue Geschäftsmodelle
Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS) ist ein weiterer kritischer Pfad. Für viele Förderunternehmen, insbesondere im Öl- und Gassektor, ist die Abscheidung und dauerhafte Speicherung von CO2 nicht nur eine Möglichkeit, die eigenen Prozesse sauberer zu machen, sondern kann zum Kerngeschäft werden. Die tiefen geologischen Formationen, aus denen einst Öl und Gas gefördert wurden, eignen sich oft ideal zur Speicherung von CO2. Das Wissen über die Geologie, die Bohrtechnik und das Porenraum-Management ist direkt übertragbar. Hier entsteht ein völlig neues Dienstleistungsgeschäft: Die Industrie wandelt sich vom Emittenten zum "Entsorger" von Kohlenstoff.
Ich beobachte in Nordeuropa bereits erste kommerzielle Projekte, in denen Industrieanlagen wie Zementwerke ihr CO2 an Spezialfirmen verkaufen, die es transportieren und in ausgebeutete Offshore-Gasfelder injizieren. Die Investitionschancen sind vielfältig: in die Abscheidungstechnologien an den Emittenten, in den Pipeline- und Schiffs-Transport, in die Speicherstätten-Entwicklung und -Überwachung. Aus verwaltungstechnischer Sicht ist das Spannende an CCUS die Schaffung eines ganz neuen regulatorischen und marktbasierten Rahmens um das Gut "negative Emissionen". Wer hier die Pionierarbeit leistet, prägt die künftigen Standards und Zertifizierungen. Es ist ein Feld mit politischer Hochpriorität, was oft mit Finanzierungs- und Steuererleichterungen einhergeht – ein Faktor, den wir bei Jiaxi für unsere Mandanten immer genau im Blick haben.
Kreislaufwirtschaft und Sekundärrohstoffe
Die grüne Transformation ist rohstoffintensiv. Windräder, Solarpaneele, Elektrofahrzeug-Batterien und Wasserstoff-Elektrolyseure benötigen große Mengen an Metallen wie Kupfer, Lithium, Kobalt und seltenen Erden. Die Förderindustrie steht hier vor der Aufgabe, diese Materialien nicht nur zu beschaffen, sondern den gesamten Lebenszyklus nachhaltig zu gestalten. Das eröffnet Investitionschancen im Bereich des Recyclings und der Kreislaufwirtschaft. Bergbauunternehmen entwickeln sich zu Materialmanagern, die am Ende der Nutzungsdauer wertvolle Sekundärrohstoffe zurückgewinnen.
Ein konkretes Beispiel ist das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Anstatt nur das Erz aus der Erde zu holen, investieren erste Player in Anlagen, die aus alten Batterien hochreines Lithium, Kobalt und Nickel zurückgewinnen. Der ökologische Fußabdruck dieser sekundären Gewinnung ist um Größenordnungen kleiner als der des primären Bergbaus. Für Investoren bedeutet dies den Einstieg in eine aufstrebende, technologiegetriebene Nische innerhalb des traditionellen Sektors. Meine persönliche Reflexion aus vielen Projektbegleitungen ist, dass solche "Circular Economy"-Ansätze die gesellschaftliche Akzeptanz für den Bergbau insgesamt erhöhen können. Sie zeigen, dass die Industrie Verantwortung für den gesamten Lebensweg ihrer Produkte übernimmt. Das ist nicht nur Imagepflege, sondern wird zunehmend zur Lizenz zum Operieren. Wer in diese geschlossenen Kreisläufe investiert, sichert sich langfristige Rohstoffquellen und verringert die Abhängigkeit von volatilen globalen Märkten und geopolitischen Risiken.
Finanzierung und Risikomanagement
Keine dieser Chancen kann ohne innovative Finanzierungs- und Risikomanagementmodelle realisiert werden. Die Besonderheit grüner Projekte in der Förderindustrie liegt in ihrer Hybridnatur: Sie kombinieren die hohen Kapitalkosten und langen Amortisationszeiten traditioneller Großprojekte mit den Technologierisiken und regulatorischen Unsicherheiten der Energiewende. Hier kommen Instrumente wie Green Bonds, Sustainability-Linked Loans und Projektfinanzierungen mit ESG-Kriterien ins Spiel. Banken und Investoren verlangen zunehmend stringente Nachhaltigkeitskennzahlen (KPIs), an die die Konditionen der Finanzierung geknüpft sind.
Aus meiner täglichen Arbeit bei Jiaxi kann ich sagen, dass die steuerliche Komponente hier oft unterschätzt wird. Viele Länder bieten beschleunigte Abschreibungen, Steuergutschriften oder reduzierte Mehrwertsteuersätze für Investitionen in grüne Technologien. Die Kunst besteht darin, diese Vorteile bereits in der frühen Projektplanung zu antizipieren und in das Finanzmodell zu integrieren. Ein Fehler, den ich oft sehe, ist die Trennung zwischen der "technischen" Projektleitung und der "steuerlichen" Optimierung. Das muss Hand in Hand gehen. Für den Investor bedeutet das: Ein Projekt mit einem durchdachten, integrierten Finanz- und Steuerkonzept ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch deutlich risikoärmer und renditestärker. Das Risikomanagement erstreckt sich auch auf die Partnerschaften – Joint Ventures zwischen etablierten Förderkonzernen und agilen Cleantech-Start-ups können die ideale Mischung aus Stabilität und Innovation bringen.
Zusammenfassung und Ausblick
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Förderindustrien im Zentrum eines fundamentalen Umbruchs stehen, der weit über kosmetische Veränderungen hinausgeht. Die Investitionschancen in grüne Energieprojekte sind vielfältig, konkret und von strategischer Bedeutung. Sie reichen von der direkten Dekarbonisierung der eigenen Betriebe über die intelligente Nachnutzung von Altlasten bis hin zur Etablierung völlig neuer Geschäftsfelder wie grüner Wasserstoff oder Kohlenstoffmanagement. Diese Projekte sind nicht nur eine Antwort auf regulatorischen Druck, sondern vor allem ein Weg zu operationaler Resilienz, Kostensenkung und neuen Erlösquellen.
Meine vorausschauende Überlegung nach vielen Jahren in diesem Metier ist folgende: Die erfolgreichsten Player werden jene sein, die ihre Kernidentität neu denken. Vom "Rohstoffförderer" zum "Anbieter nachhaltiger Energie- und Materiallösungen". Dieser Wandel erfordert Mut, langfristiges Denken und die Bereitschaft, unkonventionelle Partnerschaften einzugehen. Für Investoren bietet dieser Transformationsprozess ein einzigartiges Fenster, in etablierte Unternehmen mit soliden Cashflows einzusteigen, die gleichzeitig exponentielles Wachstum in zukunftsträchtigen Green-Tech-Segmenten aufbauen. Die Reise hat begonnen, und die Routenplanung ist entscheidend. Es geht nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie und Wie Schnell.
Einschätzung der Jiaxi Steuerberatung
Aus unserer Perspektive bei Jiaxi Steuerberatung, mit unserem tiefen Einblick in die strukturellen und finanziellen Aspekte von Unternehmensentscheidungen, bewerten wir das Thema "Grüne Energieprojekte in Förderindustrien" als eines der strategisch wichtigsten und komplexesten Investmentfelder der kommenden Dekade. Die Chancen sind real und substanziell, jedoch stark abhängig von einem intelligenten Zusammenspiel aus Technologie, Regulierung und Finanzierungsoptimierung. Wir sehen, dass erfolgreiche Projekte stets drei Ebenen integrieren: eine solide techno-ökonomische Machbarkeitsstudie, ein frühzeitig entwickeltes, steueroptimiertes Finanzierungsmodell (unter Berücksichtigung von Instrumenten wie Green-Bond-Prämien oder beschleunigten Abschreibungen für Umwelttechnologien) und ein klares Risikomanagement für die Übergangsphase vom alten zum neuen Geschäft. Ein häufiger Stolperstein ist die isolierte Betrachtung des "grünen Projekts" ohne Einbettung in die Gesamtsteuer- und Rechtsstruktur des Konzerns. Unsere Empfehlung an Investoren und Unternehmen lautet daher, die Fachleute für Steuer- und Gesellschaftsrecht von Anfang an mit an den Tisch zu holen – nicht erst bei der Vertragsunterzeichnung. Diejenigen, die diese Transformation ganzheitlich und professionell begleiten lassen, werden nicht nur die ökologischen Ziele erreichen, sondern auch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil in Form von niedrigeren Kapitalkosten, höheren Margen und einer future-proof Geschäftsstrategie erlangen.