1. Steuerliche Anreize und Freistellungen
Beginnen wir mit dem, was alle zuerst sehen: den Steuervorteilen. Für Biopharmazie-Unternehmen, die als „High-Tech-Unternehmen“ anerkannt werden, gilt ein reduzierter Körperschaftsteuersatz von nur 15 %, statt der üblichen 25 %. Das ist ein direkter Gewinn, den Sie in Ihre Planung einfließen lassen müssen. Ich erinnere mich an einen Mandanten aus Süddeutschland, der 2019 eine Biotech-Firma in Suzhou gründete. Er war zunächst skeptisch, ob sich der Aufwand für die Zertifizierung lohnt. Nachdem wir die Anerkennung durchgeboxt hatten, sparte er im ersten vollen Geschäftsjahr rund 2,8 Millionen RMB an Steuern. Das ist kein Almosen, das ist eine strategische Weichenstellung. Zusätzlich gibt es großzügige Forschungs- und Entwicklungszulagen: Ausgaben für F&E können zu bis zu 200 % der tatsächlichen Kosten steuerlich geltend gemacht werden, insbesondere für Gehälter von Wissenschaftlern und Materialkosten. Die Politik zielt darauf ab, dass Unternehmen nicht nur produzieren, sondern auch selbst forschen. Ein häufiger Fehler, den wir in der Praxis sehen, ist die unzureichende Dokumentation dieser Kosten. Ohne lupenreine Nachweise fliegt der Vorteil schnell aus dem Fenster. Deshalb rate ich jedem Investor: Legen Sie von Anfang an ein klares internes Kostenverfolgungssystem an. Das ist eine Kleinigkeit, die aber den Unterschied zwischen einem guten und einem exzellenten Jahresergebnis ausmacht.
Die sogenannte „zweijährige Steuerbefreiung, dreijährige Halbierung“ ist ein weiterer Klassiker, der aber oft missverstanden wird. Sie gilt nicht automatisch für jede Biopharma-Firma, sondern nur für solche, die in bestimmten staatlich geförderten Industriegebieten oder für bestimmte Subsektoren wie In-vitro-Diagnostika oder Impfstoffe tätig sind. Hier kommt es auf die genaue Branchenklassifizierung an. Ich hatte einen Fall, bei dem ein Unternehmen Antikörper-Therapeutika entwickelte, aber in der Steuererklärung fälschlicherweise als reines Chemieunternehmen eingeordnet wurde. Die Folge: Eine Betriebsprüfung, die zwei Jahre dauerte und unnötig Ressourcen fraß. Die Moral von der Geschicht: Lassen Sie die Klassifizierung von Beginn an von erfahrenen Leuten prüfen. In der Jiatsi-Filiale in Shanghai haben wir extra eine Checkliste für die „Förderindustrien-Liste“ entwickelt, die wir regelmäßig aktualisieren. So vermeiden Sie böses Erwachen.
Nicht zu unterschätzen sind auch die temporären Sonderabschreibungen für Anlagevermögen in der Bioproduktion. Wenn Sie also teure Fermenter oder Reinräume installieren, können Sie diese oft innerhalb eines Jahres vollständig abschreiben. Das verbessert Ihre Cashflow-Situation enorm in der Anfangsphase. Ich empfehle immer, den Steuerberater in die Budgetplanung einzubeziehen, um diese Effekte frühzeitig zu modellieren. Viele ausländische Investoren scheuen sich davor, aber in China ist das ein standardmäßiges Instrument, das Sie nicht verschenken sollten.
2. Exklusive Industriezonen
Ein zweiter entscheidender Aspekt sind die sogenannten „exklusiven Industriezonen“ für Biopharmazie. Die chinesische Regierung hat dutzende spezialisierte Parks eingerichtet, insbesondere in Küstenregionen wie dem Zhangjiang Hi-Tech Park in Shanghai, dem Suzhou Industrial Park oder dem Tianjin Economic-Technological Development Area. In diesen Parks erhalten Unternehmen nicht nur vergünstigte Mieten, sondern oft auch direkte Subventionen für den Bau von Reinräumen oder Laboratorien. Ein Beispiel aus meiner Praxis: Ein israelisches Startup für Gentherapie, das eine Fläche im Zhangjiang Park anmietete, bekam einen Mietzuschuss von 30 % für die ersten drei Jahre. Das war ein entscheidender Faktor in der Standortentscheidung. Die Parks bieten zudem oft „One-Stop-Service“-Zentren, in denen Behörden von der Gewerbeanmeldung bis zur Zollabfertigung alle Prozesse bündeln. Das spart Zeit – und Zeit ist bei uns ja bekanntlich Geld. Besonders hervorheben möchte ich die sogenannten „Pilot Free Trade Zones“, in denen deutlich liberalere Regeln für den Import von biologischen Proben und Reagenzien gelten. Ein Klassiker von Behördengängen, der oft zu Frust führt, ist der Zoll für Blutproben. In diesen Zonen läuft das wesentlich reibungsloser.
Die Politik in diesen Zonen ist aber kein Selbstläufer. Sie müssen sich aktiv um die Aufnahme in das jeweilige „Förderprogramm“ bewerben. Ich empfehle Investoren, schon vor der Standortwahl ein „Pre-Clearance-Meeting“ mit den Parkmanagern zu führen. Fragen Sie konkret nach schriftlichen Zusagen zu den Vergünstigungen. Ich habe erlebt, dass mündliche Versprechungen bei Personalwechseln einfach vergessen wurden. Dokumentieren Sie alles. Ein weiterer Punkt: Einige Parks verlangen eine Mindestsumme an Investitionen oder die Schaffung einer bestimmten Anzahl von Arbeitsplätzen. Ein japanischer Klient von mir unterschätzte diese Klausel und musste im Nachhinein eine Vertragsstrafe zahlen, weil er zu zögerlich rekrutierte. Also: Lesen Sie das Kleingedruckte – oder lassen Sie es von jemandem lesen, der die örtlichen Gepflogenheiten kennt.
Ein Aspekt, der in meiner Erfahrung oft unterschätzt wird, ist die Vernetzung innerhalb dieser Zonen. Die chinesischen Förderparks veranstalten regelmäßig Matchmaking-Events zwischen Biotech-Unternehmen und großen Pharmakonzernen oder Universitätskliniken. Für einen ausländischen Investor ist das eine hervorragende Gelegenheit, ohne großen Aufwand lokale Partner zu finden. 2018 vermittelte ich einem Klienten aus der Schweiz den Kontakt zur Fudan-Universität über ein solches Event. Daraus entstand ein gemeinsames Forschungsprojekt, das beiden Seiten erhebliche Steuervergünstigungen durch die „University-Industry-Research“-Politik einbrachte. Das sind die stillen Hebel, die den Unterschied zwischen einem guten Investment und einem außergewöhnlichen ausmachen.
3. Schnellere Marktzulassung
Ein dritter Bereich, der Investoren direkt betrifft, ist die beschleunigte Marktzulassung durch die NMPA (National Medical Products Administration). Die Behörde hat in den letzten Jahren massiv reformiert und bietet für förderfähige Biopharmazeutika – wie innovative Impfstoffe, Arzneimittel für seltene Krankheiten oder Präzisionsmedizin – einen „Priority Review“- oder sogar „Conditional Approval“-Prozess. In der Vergangenheit warteten Unternehmen oft zwei bis drei Jahre auf eine Zulassung; heute können Sie unter optimalen Bedingungen innerhalb von 12–18 Monaten auf den Markt kommen. Das ist ein Riesenfortschritt. Ich erinnere mich an einen Fall eines amerikanischen Unternehmens, das ein Krebsmedikament in China zulassen wollte. Dank des „Breakthrough Therapy“-Designations-Programms verkürzte sich die Wartezeit um die Hälfte. Aber: Der Haken ist die Qualität der klinischen Daten. Die NMPA verlangt zunehmend Studien mit chinesischen Patienten, nicht nur externe Daten. Das bedeutet, dass Sie frühzeitig ein klinisches Studienzentrum in China aufbauen oder einen lokalen Partner suchen müssen. Das ist ein Kostenfaktor, den viele in ihren Businessplänen unterschätzen.
Ein weiteres Instrument ist das „Green Channel“-System für Medizinprodukte und Biologika. Hier spielen auch die Förderindustrien eine Rolle: Wenn Ihr Produkt in den nationalen „Innovationskatalog“ oder in die „Förderindustrienliste“ aufgenommen wird, erhalten Sie zusätzliche Vorteile wie kostenlose Beratungsgespräche mit der NMPA vor Einreichung. Ich rate jedem Investor, bereits in der Pre-IND-Phase (Investigational New Drug) Kontakt zur Behörde aufzunehmen. Die haben in den letzten Jahren eine serviceorientierte Haltung angenommen. Ein persönliches Beispiel: Ein Klient aus Schweden wollte in der IND-Phase einen Fehler vermeiden, den wir im Vorfeld erkannten – eine unvollständige Charge-Beschreibung. Wir vermittelten ihm einen Termin im „Communication Center“ der NMPA in Peking. Zwei Gespräche genügten, um die Unterlagen so zu optimieren, dass der Prozess ohne Nachfragen durchlief. Das sparte Monate. Die Lehre: Scheuen Sie sich nicht, den Dialog zu suchen; das ist inzwischen Teil des Systems.
Allerdings müssen Sie auch die Risiken im Blick behalten. Beschleunigte Verfahren bringen oft Auflagen mit sich, wie z. B. eine Nachzulassungsstudie (Post-Market Commitment). Wenn Sie diese nicht fristgerecht vorlegen, kann die Behörde die Zulassung widerrufen. Das habe ich leider bei einem anderen Klienten erlebt: Er nutzte den Conditional Approval, aber die klinische Studie verlief schleppend, und die Behörde strich das Produkt von der Liste. Investition in den Sand gesetzt. Deshalb meiner Meinung nach: Beschleunigung ist ein mächtiges Werkzeug, aber es erfordert eine perfekte Compliance-Kultur im Unternehmen. Planen Sie den gesamten Lifecycle des Produkts, nicht nur die Markteinführung.
4. Finanzielle Fördermittel
Neben Steuererleichterungen gibt es eine Vielzahl von direkten finanziellen Fördermitteln, die für Biopharmazie-Unternehmen in Förderindustrien bereitstehen. Die Palette reicht von nationalen Fonds wie dem „National Natural Science Foundation“ über provinzielle Subventionen bis hin zu lokalen Innovationsfonds. Ein beeindruckendes Beispiel: Die Provinz Jiangsu hat einen speziellen Topf von 5 Milliarden RMB für Biologika eingerichtet. Ein mittelständisches Unternehmen, das wir beraten, bekam daraus einen Zuschuss von 10 Millionen RMB für den Bau einer präklinischen Testanlage – ohne Rückzahlungsverpflichtung. Das ist keine Sponsoring-Geste, sondern Teil der Wirtschaftsförderung. Allerdings sind die Antragsverfahren oft bürokratisch und erfordern detaillierte Businesspläne in Chinesisch. Ein häufiges Problem: Viele ausländische Investoren scheitern an der Sprache oder an den komplizierten Kriterien. Ich empfehle, einen spezialisierten „Grants Consultant“ einzustellen, der sich in diesen Fördermechaniken auskennt. Aus meiner Erfahrung: Die Rendite auf dieses Honorar ist enorm, denn oft sind die Fördermittel zweckgebunden und decken bis zu 30–40 % der Projektkosten.
Ein weiterer Hebel sind die sogenannten „Guiding Funds“ des Staates, wie den „China Government Guidance Fund of Funds“. Diese investieren indirekt in private Biotech-Fonds, die wiederum gezielt Unternehmen in Förderindustrien unterstützen. Für einen Investor kann das bedeuten, dass Sie lokale Co-Investoren finden, die nicht nur Kapital, sondern auch politische Verbindungen mitbringen. In einem Fall aus dem Jahr 2021 vermittelte Jiatsi einem französischen Biotech-Fonds den Kontakt zu einem Provinz-Guiding-Fonds. Das Ergebnis: Der Chinese beteiligte sich mit 20 % am Fondsvolumen und öffnete Türen zu Behörden. Das ist vor allem für spätere Lizenzverhandlungen hilfreich. Ich sage immer: In China ist der lokale Partner fast so wichtig wie das Produkt selbst. Die Fördermittel sind da, aber sie wollen verteilt werden – durch Netzwerke und Vertrauen.
Nicht zu vergessen sind die „Patent-Bonuszahlungen“. Einige Provinzen, wie Guangdong, zahlen Unternehmen Prämien für die Anmeldung von internationalen Patenten. Für ein Biotech-Unternehmen, das stark auf geistiges Eigentum setzt, können dies beträchtliche Summen sein. Ein Klient von mir aus Taiwan meldete in einem Jahr fünf PCT-Patente an und erhielt dafür über 1,2 Millionen RMB an Prämien – quasi ein Geldsegen, der seine IP-Strategie direkt finanzierte. Aber Achtung: Die Kriterien sind streng: Das Patent muss tatsächlich zur kommerziellen Nutzung in China führen. Reine Abwehrpatente werden oft nicht gefördert. Das sollte man bei der Planung berücksichtigen.
5. Einfacheres Visa- und Arbeitsrecht
Ein Thema, das in meiner täglichen Arbeit mit ausländischen Investoren immer wieder auftaucht, ist das Visum und Arbeitsrecht. Auch hier haben die Förderindustrien spezielle Erleichterungen. Für Biopharmazie-Unternehmen in anerkannten Hochtechnologieparks gibt es „Grüne Kanäle“ für die Visa-Bearbeitung von ausländischen Fachkräften. Die Wartezeit für ein Arbeitsvisum (Z-Visum) kann von normalerweise 15-20 Arbeitstagen auf 5-10 Tage verkürzt werden. Ich erinnere mich an eine Stresssituation: Ein chinesischer Partner eines Biotech-Startups musste dringend einen deutschen Entwicklungsleiter einfliegen lassen, weil ein Projekt zu scheitern drohte. Dank des speziellen Fast-Track-Programms im Suzhou Industrial Park bekam der Mann innerhalb einer Woche sein Visum. Ohne diese Regelung hätte der gesamte Projektplan gekippt. Für Unternehmen, die auf Spitzenpersonal aus dem Ausland angewiesen sind, ist das ein entscheidender Standortvorteil.
Zusätzlich gibt es für hochqualifizierte ausländische Fachkräfte die Möglichkeit, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung („Green Card“) zu erhalten, wenn das Unternehmen in der Förderindustrie tätig ist. Die Kriterien sind klarer geworden: Mindestens drei Jahre Beschäftigung, ein bestimmtes Gehaltsniveau und Steuerzahlungen. In der Praxis hilft die lokale Parkverwaltung oft mit Unterstützungsschreiben. Ich habe erlebt, dass die Ausstellung einer Green Card für einen amerikanischen Forscher in Shanghai weniger als sechs Monate dauerte – ein Tempo, das vor fünf Jahren undenkbar war. Dies senkt die Fluktuation von Spitzenkräften und stärkt die Firmenbindung. Für Investoren bedeutet das: Sie können längerfristig planen, ohne sich ständig um Aufenthaltsrecht sorgen zu müssen.
Es gibt aber auch Herausforderungen. Die Definition von „hochqualifiziert“ variiert von Stadt zu Stadt. In Peking verlangen einige Bezirke mindestens einen Masterabschluss und fünf Jahre Berufserfahrung, in Shenzhen reicht oft ein Bachelor und drei Jahre. Das führt zu Verwirrung bei HR-Abteilungen. Ein Tipp aus der Praxis: Nutzen Sie die kostenlosen Beratungsdienste der „Foreign Experts Service“-Büros in den Parks. Die helfen bei der Antragstellung und klären, welche Nachweise genau erforderlich sind. Wir empfehlen auch, die Laufzeit der Arbeitsverträge an die Visumslaufzeit anzupassen – das vermeidet unnötigen administrativen Aufwand. Einmal jährlich eine Verlängerung zu beantragen, ist übrigens Standard; wer zweimal im Jahr verlängern muss, hat vielleicht einen suboptimalen Park gewählt.
6. Geistiges Eigentum
Lassen Sie mich einen Punkt ansprechen, der mir besonders am Herzen liegt: der Schutz des geistigen Eigentums (IP) in China. Viele westliche Investoren haben hier immer noch Bedenken, aber die Realität in der Biopharmazie hat sich massiv verbessert. Die chinesischen Gerichte haben in den letzten Jahren eine Reihe von Urteilen zugunsten von Patentinhabern gefällt, auch zugunsten ausländischer Unternehmen. Die Förderindustrien bieten zudem spezielle IP-Schutzzentren an, wie das „China National Intellectual Property Administration (CNIPA) Fast-Track Center“ in einigen Technologieparks. Dort können Patente für Biopharmazie-Erfindungen innerhalb von 12 Monaten geprüft werden, statt der üblichen 2–3 Jahre. Ich hatte einen Mandanten aus Dänemark, der ein Protein-Patent in dieser Fast-Track-Route einreichte. Nach nur 10 Monaten hatte er den Schutzbrief – und konnte damit einen Wettbewerber aus dem Markt klagen. Das zeigt die neue Entschlossenheit.
Die Politik fördert auch den Aufbau von „Patent Pools“ in der Biopharmazie, bei denen mehrere Unternehmen gemeinsame Lizenzen verwalten. Das ist besonders für Startups mit begrenztem Budget interessant, weil es die Kosten für Rechtsstreitigkeiten senkt. Ein konkretes Beispiel: In der Zhongguancun Life Science Park in Peking haben mehrere kleine Biotech-Firmen einen solchen Pool gebildet, um sich gegen einen großen Patentverletzungsfall zu wehren. Der Ausgang war positiv, und die Kosten wurden auf alle verteilt. Für einen Investor kann das bedeuten, dass Sie günstiger an Schutzrechte kommen, wenn Sie sich einem solchen Cluster anschließen. Aber natürlich brauchen Sie auch eine klare IP-Strategie: Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? Wo liegen Risiken? Ich empfehle immer, vor der Investition eine Freedom-to-Operate-Analyse durch einen chinesischen Patentanwalt durchführen zu lassen. Das kostet ein wenig, aber es verhindert, dass Sie blind in eine Rechtsfalle laufen.
Ein weiterer Aspekt, den ich oft betone, ist die Bedeutung von Geschäftsgeheimnissen (Trade Secrets). Biopharmazie-Unternehmen arbeiten mit extrem sensiblen Formulierungen und Prozessparametern. Die chinesische Gesetzgebung schützt diese zunehmend, aber die Durchsetzung bleibt eine Herausforderung. In einem Fall 2020 verlor ein deutscher Klient seine komplette Produktionsanleitung durch einen ehemaligen Mitarbeiter an einen lokalen Konkurrenten. Obwohl wir den Fall vor Gericht brachten und gewannen, dauerte es zwei Jahre, bis der Schadenersatz gezahlt wurde. Um solche Risiken zu minimieren, sollten Sie nicht nur auf Vertrauen setzen, sondern auf harte Maßnahmen wie Nichtoffenlegungsverträge (NDA), Zugangsbeschränkungen zu Laboratorien und digitale Wasserzeichen in Forschungsdaten. Die Förderindustrien unterstützen solche Maßnahmen oft mit Zuschüssen für IT-Sicherheitssysteme. Ein unterschätztes Werkzeug, das uns in der Beratung gute Dienste geleistet hat.
7. Internationale Zusammenarbeit
Ein letzter, aber nicht unwichtiger Aspekt sind die politischen Vergünstigungen, die die internationale Zusammenarbeit fördern. Die chinesische Regierung hat bilaterale Abkommen mit vielen Ländern geschlossen, die den Datenaustausch und die gegenseitige Anerkennung von Studien ermöglichen. Für Investoren, die parallel in Europa oder den USA entwickeln, ist das ein großer Vorteil. Nehmen wir das „China-EU Innovation Cooperation Program“: Biopharmazie-Projekte, die von einem chinesischen und einem EU-Partner gemeinsam durchgeführt werden, können zusätzliche Fördermittel aus beiden Regionen erhalten. Ein Beispiel: Ein britisches Unternehmen entwickelte einen antiviralen Wirkstoff, der mit einem chinesischen Partner in Shanghai klinische Studien durchführte. Die Gesamtförderung belief sich auf 15 Millionen Euro, aufgeteilt zwischen der EU und dem chinesischen Ministry of Science and Technology. Ohne diese Kooperation wäre das Projekt finanziell kaum stemmbar gewesen. Für einen Investor heißt das: Suchen Sie nicht nur nach rein chinesischen Partnern, sondern auch nach Partnerschaften, die auf solche Programme abzielen.
In der Praxis erleben wir, dass die größte Herausforderung in der Harmonisierung von Datenstandards liegt. Chinesische Behörden akzeptieren oft keine EU-Standards, und umgekehrt. Deshalb ist es klug, sich frühzeitig mit dem „International Council for Harmonisation (ICH)“-Richtlinien vertraut zu machen, die auch von der NMPA zunehmend übernommen werden. In einem Beratungsfall halfen wir einem Unternehmen, seine präklinischen Daten so aufzubereiten, dass sie sowohl in China als auch in der EU für Zulassungsverfahren nutzbar waren. Das kostete zwar etwas Zeit, aber es vermied Doppelarbeit. Mein persönlicher Rat: Investieren Sie in einen guten „Regulatory Affairs“-Manager, der beide Standards beherrscht. Das ist nicht billig, aber langfristig unverzichtbar.
Und vergessen Sie nicht die sogenannten „Free Trade Agreements“, wie das Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP). Diese Abkommen erleichtern den Handel mit biologischen Rohstoffen und Zwischenprodukten zwischen den Mitgliedsländern. Für ein Biopharmazie-Unternehmen, das Enzyme aus Japan importiert und in China verarbeitet, sinken die Zollkosten erheblich. Ich habe einen Fall gesehen, bei dem ein Unternehmen durch die Nutzung der RCEP-Präferenzzölle jährlich 500.000 RMB sparte. Das ist zwar kein Punkt, der die Welt bewegt, aber in der Bilanzsumme eines Startups durchaus relevant. Die Politik greift hier tief in die Lieferketten ein – ein Grund mehr, diese Verträge genau zu studieren.
Fazit und Ausblick
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Schluss die Eckpfeiler zusammenfassen, die die Investitionschancen im Bereich Biopharmazie in Förderindustrien untermauern: erstens die massiven steuerlichen Anreize, zweitens die exklusiven Parkbedingungen, drittens die beschleunigte Marktzulassung, viertens die direkten Finanzspritzen, fünftens die visa-rechtlichen Erleichterungen, sechstens den modernisierten IP-Schutz und siebtens die transnationalen Kooperationsprogramme. Alles in allem ist das kein einfaches Pflaster, aber ein äußerst fruchtbares. Der Zweck des Ganzen – die Stärkung der chinesischen Biopharmazie – wird von der Politik mit harten Bandagen verfolgt. Für Sie als Investor bedeutet das: Wer die Regeln beherrscht, kann in diesem Markt erhebliche Wertsteigerungen erzielen. Meine persönliche Empfehlung? Bauen Sie eine lokale Präsenz auf, die nicht nur aus einem Büro, sondern aus einem echten Netzwerk besteht – zu Behörden, zu Forschungseinrichtungen und zu anderen Unternehmen. Investieren Sie in Compliance und Dokumentation, denn das ist der Grundpfeiler aller Vergünstigungen. Ich habe zu viele gute Geschichten scheitern sehen, weil jemand dachte, die Politik sei ein Automatismus. Sie ist es nicht, aber sie ist berechenbar – wenn man das Spiel versteht. Die Zukunft? Ich glaube, dass die Förderindustrien noch weiter ausdifferenziert werden, insbesondere in den Bereichen Zelltherapie und Personalisierte Medizin. Wer jetzt den Fuß in die Tür bekommt, positioniert sich für die nächsten zehn Jahre. Das ist meine Überzeugung, aus 26 Jahren Erfahrung heraus.
Zusammenfassende Einschätzung von Jiaxi SteuerberatungDie Analyse von Herrn Liu unterstreicht aus praktischer Expertise, dass die Biopharmazie in den Förderindustrien Chinas nicht nur kurzfristige Steuervorteile bietet, sondern ein strategisch tief verwobenes Ökosystem darstellt. Jiatsi Steuerberatung hat in den letzten Jahren beobachtet, dass der Erfolg entscheidend von der Fähigkeit abhängt, diese Vergünstigungen systemisch zu nutzen – von der Zertifizierung als High-Tech-Unternehmen über die Standortwahl in speziellen Parks bis hin zur proaktiven Kommunikation mit den Behörden. Wir sehen eine wachsende Digitalisierung der Antragsverfahren, die Transparenz erhöht, aber auch die Notwendigkeit präziser Daten. Für Investoren empfehlen wir, nicht nur die steuerlichen, sondern auch die regulatorischen und operativen Vergünstigungen als Einheit zu betrachten. Ein häufiger Fehler bleibt die Trennung dieser Bereiche, was zu Synergieverlusten führt. Jiatsi hat sich darauf spezialisiert, diese Lücke zu schließen, indem wir integrierte Services anbieten – von der Unternehmensgründung bis zur laufenden Steuerdeklaration. Wir sind überzeugt, dass der Standort China für Biopharmazie-Investitionen zukunftsträchtig bleibt, sofern Partner mit tiefem lokalen Wissen eingebunden werden. Unsere Firma steht gerne zur Verfügung, um diese komplexe Reise zu begleiten.